Baustellen-Sommer 2026: Hier wird in der Schweiz derzeit besonders intensiv gebaut
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Alltag Auto Bau bauenaktuell.ch Baustelle Bauwerke Draussen handwerker24.ch Magazine Mobilität Motorrad nachrichtenticker.ch News Orte rastplatz.ch Raststätten Regionen Routen Sanierung Schweiz Schweiz Sicherheit sicherheit.ch Themen Transport Truck-Stops Verbreitung Verkehr
Wer Ende August 2026 durch die Schweiz fährt, kommt an Baustellen kaum vorbei. Auf Autobahnen, an Bahnhöfen, in Städten und auf wichtigen Nord-Süd-Achsen wird derzeit aussergewöhnlich intensiv gebaut. Besonders betroffen sind die A1 zwischen Luterbach und Härkingen, die A2 rund um den Gotthard und im Baselbiet, die A6 zwischen Thun und Spiez sowie mehrere Abschnitte der A9 im Wallis.
Gleichzeitig laufen grosse Bahnprojekte im Raum Zürich, Bern und im Tessin. Viele Arbeiten werden bewusst in den Sommer gelegt – gerade dann, wenn das Wetter günstiger ist und sich umfangreiche Eingriffe technisch überhaupt ausführen lassen.
Der Eindruck täuscht nicht: Die Schweiz befindet sich in einer besonders intensiven Infrastrukturphase. Ein grosser Teil der Nationalstrassen und Bahnlinien wurde vor Jahrzehnten gebaut und erreicht inzwischen ein Alter, in dem Fahrbahnen, Brücken, Tunnel, Entwässerungen, Fahrleitungen und Gleisanlagen systematisch erneuert werden müssen. Gleichzeitig entstehen neue Kapazitäten und zusätzliche Sicherheitsanlagen.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutet das im Moment vor allem eines: Auf mehreren wichtigen Achsen muss mit reduzierter Geschwindigkeit, Spurverschiebungen, nächtlichen Sperrungen oder Umleitungen gerechnet werden. Auch im Bahnverkehr sind Bauarbeiten teilweise bis tief in die Nacht notwendig.
A1 Luterbach–Härkingen: Eine der grössten Strassenbaustellen der Schweiz
Besonders sichtbar ist die Bautätigkeit derzeit auf der A1 zwischen Luterbach im Kanton Solothurn und Härkingen. Der stark belastete Autobahnabschnitt wird auf sechs Fahrstreifen ausgebaut. Dabei geht es nicht einfach darum, eine zusätzliche Spur zu asphaltieren. Brücken, Anschlüsse, Entwässerungen, Stützkonstruktionen und lokale Strassen müssen teilweise komplett neu gebaut oder angepasst werden.
Im Raum Oensingen wurde in den vergangenen Wochen besonders intensiv gearbeitet. Beim sogenannten VEBO-Knoten entstand eine neue und breitere Brücke über den Autobahnzubringer. Anfang August konnte sie für den Verkehr freigegeben werden. Damit war allerdings nur eine Zwischenetappe abgeschlossen.
Bis Ende August folgen weitere Arbeiten an der Verkehrsführung und der Rückbau provisorischer Anlagen. Zwischen Deitingen und Flumenthal werden unter anderem temporäre Überführungen entfernt. Weil Eingriffe unmittelbar über oder neben einer stark befahrenen Autobahn stattfinden, werden viele Arbeiten nachts ausgeführt.
Wie umfangreich dieser Ausbau tatsächlich ist, zeigt auch ein Beitrag aus dem Belmedia-Netzwerk über die laufenden Bauarbeiten bei Deitingen im Rahmen des 6-Streifen-Ausbaus der A1 zwischen Luterbach und Härkingen.
Auch die nächtlichen Eingriffe auf der A1 bleiben ein Thema. Ein weiterer Belmedia-Beitrag zeigt, welche Rückbau- und Nachtarbeiten zwischen Luterbach und Härkingen im Zuge des Grossprojekts notwendig sind.
Das Projekt zeigt exemplarisch, weshalb grosse Autobahnbaustellen oft jahrelang dauern. Der Verkehr muss während der Bauzeit möglichst weiterlaufen. Neue Bauwerke entstehen deshalb teilweise unmittelbar neben den alten, bevor der Verkehr verschoben und die bisherige Infrastruktur zurückgebaut werden kann.
A13 zwischen Reichenau und Chur: Seit dieser Woche wird wieder gebaut
Eine besonders aktuelle Baustelle befindet sich in Graubünden. Seit dem 24. August hat das Bundesamt für Strassen die Belagssanierung auf der A13 zwischen Reichenau und Chur Nord wieder aufgenommen.
Der bestehende Strassenbelag weist dort alters- und verkehrsbedingte Schäden auf. Auf den Normalspuren haben sich teilweise Spurrinnen gebildet. Die oberste Belagsschicht wird deshalb abgefräst und durch eine neue Deckschicht ersetzt.
Beim Anschluss Chur Nord reicht eine reine Oberflächensanierung nicht mehr aus. Dort sind auch tiefer liegende Belagsschichten beschädigt. Deshalb müssen auf Teilen der Südspur zwei Schichten über die gesamte Fahrbahnbreite erneuert werden.
Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende September dauern. Um den Tagesverkehr auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung möglichst wenig zu beeinträchtigen, findet ein grosser Teil der Arbeiten nachts statt.
Gotthard: Parallelbetrieb von Unterhalt und Jahrhundertprojekt
Eine der technisch anspruchsvollsten Baustellen der Schweiz liegt tief im Gotthardmassiv. Neben dem bestehenden Gotthard-Strassentunnel entsteht die zweite Röhre.
Das Jahrhundertprojekt läuft seit mehreren Jahren und soll den späteren umfassenden Umbau der bestehenden Tunnelröhre ermöglichen. Nach Fertigstellung der zweiten Röhre wird der Verkehr zunächst dorthin verlegt. Anschliessend kann der heutige Tunnel grundlegend saniert werden.
Besonders anspruchsvoll war zuletzt der Vortrieb auf der Südseite. Die Tunnelbohrmaschine musste nach einem Gesteinseinsturz während längerer Zeit stillstehen. Seit Mai 2026 läuft der maschinelle Vortrieb wieder.
Gleichzeitig bleibt auch der bestehende Gotthardtunnel selbst eine Baustelle. Im August waren während insgesamt zwölf Nächten vorsorgliche Unterhaltsarbeiten vorgesehen. Dabei geht es unter anderem um Elemente der Zwischendecke. Messsysteme überwachen deren Zustand laufend.
Dass am Gotthard praktisch permanent gebaut, kontrolliert oder saniert wird, hat einen einfachen Grund: Der Tunnel gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen der Schweiz und wird enorm stark beansprucht. Ein ungeplanter längerer Ausfall hätte entsprechend grosse Auswirkungen auf den Nord-Süd-Verkehr.
Baselbiet: Die 1’250 Tonnen schwere ASTRA Bridge im Einsatz
Eine der spektakulärsten Baustellen befindet sich aktuell auf der A2 zwischen Arisdorf und Giebenach im Baselbiet. Dort kommt die sogenannte ASTRA Bridge zum Einsatz.
Die mobile Stahlkonstruktion ist rund 260 Meter lang und wiegt ungefähr 1’250 Tonnen. Das Prinzip ist ungewöhnlich: Der Verkehr fährt über die Brücke, während direkt darunter gebaut wird. Dadurch können Fahrbahnarbeiten ausgeführt werden, ohne den Autobahnverkehr komplett zu sperren.
Im aktuellen Einsatz wird auf rund fünf Kilometern ein lärmarmer Belag eingebaut. Die Konstruktion bewegt sich dabei in mehreren Etappen entlang der Baustelle. Insgesamt besitzt sie 180 Räder, die sehr präzise gesteuert werden.
Die Arbeiten sollen bis Ende August abgeschlossen werden. Das Projekt ist zugleich ein Test dafür, wie sich Autobahnsanierungen künftig durchführen lassen, ohne den Verkehr während langer Zeit auf einzelne Spuren reduzieren zu müssen.
Thun–Spiez: Grosse Erneuerung der A6
Auch im Berner Oberland läuft derzeit eine grosse Nationalstrassenbaustelle. Die A6 zwischen Thun-Süd und Spiez sowie der Zubringer Richtung Simmental werden umfassend erneuert.
Die Arbeiten sind so umfangreich, dass die Verkehrsführung immer wieder verändert werden muss. Mitte August wurden bereits verschiedene Abschnitte nachts gesperrt. Weitere Sperrungen folgen Ende August.
In den Nächten vom 26. auf den 27. sowie vom 27. auf den 28. August ist beispielsweise die Verbindung zwischen der Verzweigung Lattigen und Wimmis in Fahrtrichtung Wimmis von den Arbeiten betroffen. Der Verkehr wird während solcher Sperrungen über das Kantonsstrassennetz geführt.
Bei solchen Gesamterneuerungen wird deutlich mehr gemacht als nur der sichtbare Asphalt ersetzt. Fahrbahnaufbau, Entwässerung, Sicherheitsanlagen, Brückenbereiche, Signalisation und technische Einrichtungen werden aufeinander abgestimmt erneuert.
Wallis: Gleich mehrere Baustellen auf A9 und Simplonachse
Besonders konzentriert ist die Bautätigkeit derzeit im Wallis. Rund um Visp, Brig und den Simplon laufen gleichzeitig mehrere Projekte.
Zwischen Brig-Glis und Brig-Zentrum werden die Napoleon- und die Lingwurmbrücke saniert. Die Arbeiten haben am 17. August begonnen und sollen bis Ende November dauern. Dabei werden Beläge, Betonbauteile und Abdichtungen erneuert. Je nach Bauphase wird der Verkehr einspurig geführt.
Auch weiter oben auf der Simplonachse wird gebaut. An der Bächgrabenbrücke werden Fahrbahnübergänge ersetzt. Die eigentliche Bauphase beginnt Ende August und dauert voraussichtlich bis Ende November.
An der Rufigrabenbrücke stehen ebenfalls Beton-, Belags- und Übergangsarbeiten an. Dort beginnt die nächste Bauphase Ende August.
Damit entsteht auf der wichtigen Verbindung zwischen dem Oberwallis und Italien eine ganze Kette von Baustellen. Zwar versuchen die Verantwortlichen, die Verkehrsführungen aufeinander abzustimmen. Dennoch sind gerade an verkehrsreichen Tagen Verzögerungen möglich.
Eine detaillierte Übersicht über die aktuellen Arbeiten zwischen Visp, Brig und dem Simplon liefert auch ein Beitrag aus dem Belmedia-Netzwerk über die zahlreichen Baustellen auf der A9 und der Simplonachse.
A1 in der Ostschweiz: Weitere Arbeiten zwischen Uzwil und Rheineck
Auch in der Ostschweiz wird auf der A1 gebaut. Zwischen Uzwil und Rheineck laufen Arbeiten an verschiedenen technischen Anlagen und Einrichtungen entlang der Autobahn.
Dazu gehören unter anderem neue Signalträger, Leitungen sowie Anlagen zur Geschwindigkeitsharmonisierung und Gefahrenwarnung. Solche Systeme sollen den Verkehr bei hoher Belastung gleichmässiger führen und bei Störungen oder gefährlichen Situationen schneller reagieren können.
Wie breit die Bautätigkeit auf dem Nationalstrassennetz derzeit ausfällt, zeigt ein weiterer Belmedia-Bericht über die wieder aufgenommenen Bauarbeiten auf der A1 zwischen Uzwil und Rheineck.
A9 zwischen Sion und Sierre: Arbeiten auch diese Woche
Auch im französischsprachigen Teil des Wallis müssen Autofahrer mit Einschränkungen rechnen. Zwischen Sion-Est und Sierre-Est laufen seit März umfangreiche Sanierungsarbeiten.
Gerade in dieser Woche wird die Verkehrsführung nochmals angepasst. In den Nächten vom 24. auf den 25. und vom 25. auf den 26. August ist die A9 in Fahrtrichtung Martigny zwischen Sierre-Est und Sion-Est zeitweise gesperrt. Eine weitere Nacht ist als Reserve vorgesehen.
Zusätzlich werden zwischen Saxon und Martigny Fahrbahnübergänge einer Brücke ersetzt. Auch dort sind Ende August nächtliche Sperrungen nötig.
Zürich: Mehr als hundert neue Baustellen allein 2026
Nicht nur auf den Autobahnen wird intensiv gebaut. Besonders deutlich zeigt sich das in Zürich. Das Tiefbauamt bearbeitet 2026 rund 740 Projekte. Allein im laufenden Jahr sollen 134 Baustellen neu beginnen.
Ein wichtiger Grund dafür ist neben dem klassischen Strassenunterhalt der Ausbau des Fernwärmenetzes. Dafür müssen in zahlreichen Quartieren Strassen geöffnet und Leitungen verlegt werden.
In Altstetten beispielsweise entstehen neue Fernwärmeleitungen, die künftig Wärme aus der Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli transportieren sollen.
Hinzu kommen neue Veloinfrastrukturen, hindernisfreie Haltestellen, Leitungsarbeiten und klassische Belagssanierungen. Seit dem 24. August ist beispielsweise die Nordstrasse in einem Abschnitt wegen Belagsarbeiten gesperrt.
Zürich–Winterthur: Vorarbeiten für den Brüttenertunnel
Auch auf der Schiene befindet sich der Grossraum Zürich mitten in einer wichtigen Ausbauphase. Rund um Dietlikon, Auzelg und die Verbindung Richtung Winterthur laufen Arbeiten im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bahnkapazität Zürich–Winterthur.
Aktuell finden unter anderem Fahrleitungs- und Tiefbauarbeiten statt. Zwischen dem 24. und 28. August wird beispielsweise nachts im Bereich Andreasstrasse und Auzelg gearbeitet.
Das Gesamtprojekt mit dem Brüttenertunnel gehört zu den bedeutendsten Bahnvorhaben der kommenden Jahre. Schon lange vor dem eigentlichen Tunnelbau müssen bestehende Anlagen angepasst, Leitungen verlegt und Bauflächen vorbereitet werden.
Bern-Wankdorf und Ostermundigen: Bauen bei laufendem Bahnbetrieb
Auch rund um Bern ist die SBB derzeit ausgesprochen aktiv. Im Bereich Wankdorf und Ostermundigen laufen Arbeiten an der sogenannten Entflechtung Wankdorf Süd.
Im August und September werden dort unter anderem Fahrleitungen angepasst, Fundamente erstellt, Bohrpfähle eingebaut und Perrons verlängert. Viele dieser Arbeiten müssen nachts ausgeführt werden, weil tagsüber der reguläre Zugverkehr läuft.
Gerade diese Baustellen zeigen die besondere Herausforderung des Schweizer Bahnnetzes: Anders als bei einer neuen Strecke auf freiem Gelände muss mitten in einem der am stärksten befahrenen Bahnnetze Europas gebaut werden, während täglich weiterhin Tausende Züge verkehren.
Tessin: Sommer wird gezielt für Bahnbau genutzt
Besonders viele Bahnarbeiten laufen derzeit auch im Tessin. Zwischen dem 20. Juli und dem 30. August führt die SBB umfangreiche Unterhalts- und Ausbauarbeiten durch.
Betroffen sind sowohl der Regional- als auch der Fernverkehr. Einzelne Verbindungen verkehren mit geänderten Zeiten, andere werden zeitweise durch Busse ersetzt.
Ein Grund für die Konzentration auf den Sommer ist die Möglichkeit, grössere Unterhaltsfenster zu schaffen. Gleichzeitig wird im Tessin nicht nur bestehende Infrastruktur erhalten. Mit Projekten wie dem neuen SBB-Werk in Arbedo-Castione entstehen auch neue Anlagen.
Warum wird ausgerechnet jetzt so viel gebaut?
Dass Ende August an so vielen Orten gleichzeitig Baustellen bestehen, ist kein Zufall. Viele Bauarbeiten sind stark wetterabhängig. Beläge können bei geeigneten Temperaturen zuverlässiger eingebaut werden, Betonarbeiten sind einfacher planbar und in den Bergen ist die schneefreie Bauperiode begrenzt.
Hinzu kommt ein immer grösser werdender Unterhaltsbedarf. Autobahnen, die in den 1960er-, 1970er- oder 1980er-Jahren gebaut wurden, benötigen heute tiefgreifende Sanierungen. Bei Brücken geht es längst nicht mehr nur um den sichtbaren Fahrbahnbelag. Abdichtungen, Lager, Fahrbahnübergänge, Beton, Entwässerungen und Tragwerk müssen regelmässig überprüft und erneuert werden.
Ähnlich ist die Situation bei der Bahn. Die hohe Auslastung des Schweizer Schienennetzes führt dazu, dass Gleise, Weichen, Fahrleitungen und technische Anlagen stark beansprucht werden. Gleichzeitig verlangt die steigende Nachfrage nach zusätzlichen Zugverbindungen neue Kapazitäten.
Baustellen bleiben Teil des Schweizer Verkehrsalltags
Wer derzeit durch die Schweiz reist, wird deshalb vielerorts auf orange Signalisationen, verschobene Fahrspuren und Baumaschinen treffen. Besonders intensiv gebaut wird aktuell auf der A1 zwischen Luterbach und Härkingen, auf den Nord-Süd-Achsen A2, A9 und A13 sowie auf der A6 im Berner Oberland.
Dazu kommen grosse Bahnbaustellen im Raum Zürich, Bern und Tessin sowie zahlreiche kommunale Projekte.
Für Verkehrsteilnehmer können diese Arbeiten lästig sein. Langfristig sind sie jedoch unvermeidbar. Eine Infrastruktur, die täglich von Millionen Menschen genutzt wird, kann nicht jahrzehntelang ohne Erneuerung betrieben werden.
Der Baustellensommer 2026 zeigt deshalb vor allem eines: Die Schweiz baut derzeit nicht nur neue Infrastruktur. Ein immer grösserer Teil der Arbeit besteht darin, das bestehende Verkehrsnetz unter laufendem Betrieb für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: KI-Bilder