Arbeitssicherheit in der Schweiz: So lassen sich Unfälle am Arbeitsplatz vermeiden

Ein sicherer Arbeitsplatz entsteht nicht durch Vorschriften allein. Entscheidend sind erkannte Gefahren, funktionierende Schutzmassnahmen und Mitarbeitende, die Risiken rechtzeitig ansprechen. Ob Baustelle, Werkstatt, Lager, Pflegebetrieb oder Büro: Schon gezielte Veränderungen können die Unfallgefahr deutlich verringern.

In der Schweiz wurden 2025 insgesamt 281’162 Berufsunfälle und Berufskrankheiten bei den Unfallversicherern registriert. Die Zahl zeigt, wie wichtig eine konsequente Prävention bleibt. Häufig entstehen gefährliche Situationen durch ungesicherte Maschinen, Stolperstellen, Zeitdruck oder mangelhafte Arbeitsabläufe.

Arbeitgeber sind verpflichtet, die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu schützen. Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) und die Suva empfehlen ein systematisches Vorgehen. Dabei geht es nicht nur um Schutzhelme und Sicherheitsschuhe, sondern auch um Arbeitsorganisation, Schulung und den richtigen Umgang mit Belastungen.

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Das Wichtigste auf einen Blick
Gefahren erkennen: Arbeitsplätze und Abläufe regelmässig kontrollieren.
Technischer Schutz: Maschinen sichern, Verkehrswege trennen und Abstürze verhindern.
Mitarbeitende schulen: Klare Anweisungen und praktische Sicherheitsinstruktionen vermitteln.
Gesundheit schützen: Ergonomie, Arbeitsbelastung und psychische Risiken berücksichtigen.
Notfälle vorbereiten: Alarmwege, Erste Hilfe und Evakuierung organisieren.
Was das bedeutet
Wirksame Arbeitssicherheit beginnt bei der Beseitigung von Gefahren und nicht erst beim persönlichen Schutz. Verantwortliche müssen Massnahmen festlegen, ihre Umsetzung kontrollieren und bei veränderten Arbeitsbedingungen erneut prüfen.

Gefahren erkennen, bevor ein Unfall passiert

Der wichtigste Schritt ist eine systematische Gefährdungsermittlung. Betriebe sollten Arbeitsplätze, Maschinen, Verkehrswege und Arbeitsabläufe regelmässig überprüfen.

Dabei helfen Sicherheitsrundgänge, Checklisten und Gespräche mit den Mitarbeitenden. Besonders ernst genommen werden müssen Situationen, in denen bereits ein Beinaheunfall stattgefunden hat.

Jede erkannte Gefahr braucht eine verantwortliche Person, eine geeignete Massnahme und einen Umsetzungstermin. Werden Arbeitsmittel oder Verfahren verändert, ist eine neue Beurteilung erforderlich.

Das STOP-Prinzip richtig anwenden

Bei der Auswahl von Schutzmassnahmen gilt eine klare Reihenfolge.

Das STOP-Prinzip beginnt mit der Substitution: Gefährliche Stoffe oder Verfahren werden durch weniger gefährliche Alternativen ersetzt.

Danach folgen technische Massnahmen wie Schutzgitter, Absaugungen oder Absturzsicherungen. Organisatorische Massnahmen umfassen beispielsweise getrennte Verkehrswege, klare Zuständigkeiten und begrenzte Aufenthaltszeiten in Gefahrenbereichen.

Erst danach kommt der persönliche Schutz durch Helme, Schutzbrillen, Gehörschutz oder Sicherheitsschuhe. Persönliche Schutzausrüstung ergänzt technische Schutzmassnahmen, ersetzt sie aber nicht.

Maschinen, Leitern und Verkehrswege sichern

Defekte Geräte und ungesicherte bewegliche Maschinenteile können schwere Verletzungen verursachen. Maschinen müssen deshalb regelmässig geprüft und entsprechend den Herstellervorgaben betrieben werden.

Auch die sichere Verwendung von Leitern verdient besondere Aufmerksamkeit. Bei längeren Arbeiten oder grösseren Höhen sind Plattformen, Gerüste oder Hubarbeitsbühnen häufig geeigneter.

In Lagern sollten Fussgänger und Stapler möglichst räumlich getrennt werden. Freie Fluchtwege, gute Beleuchtung und rutschhemmende Böden senken zusätzliche Risiken.

Mitarbeitende müssen Gefahren verstehen

Eine schriftliche Sicherheitsanweisung allein genügt nicht.

Neue Mitarbeitende benötigen eine praktische Einführung. Beim Wechsel von Maschinen oder Arbeitsverfahren müssen Instruktionen angepasst werden.

Entscheidend ist eine offene Sicherheitskultur. Wer eine Gefahr entdeckt, muss sie melden können, ohne negative Reaktionen befürchten zu müssen.

Bei unmittelbar drohender Gefahr wird die Tätigkeit unterbrochen, bis sichere Arbeitsbedingungen hergestellt sind.

Auch im Büro bestehen Gesundheitsrisiken

Arbeitssicherheit betrifft nicht ausschliesslich körperlich anspruchsvolle Berufe.

Ungünstig eingestellte Bildschirme, schlechte Sitzhaltungen und fehlende Bewegungswechsel können Beschwerden begünstigen. Ergonomische Arbeitsplätze helfen, solche Belastungen zu reduzieren.

Ebenso wichtig sind realistische Arbeitsmengen, ausreichende Erholungszeiten und der Umgang mit psychischer Überlastung.

Notfälle vorbereiten und Schutz kontrollieren

Jeder Betrieb benötigt eine auf seine Gefahren abgestimmte Notfallorganisation. Mitarbeitende müssen wissen, wie sie alarmieren, wo Erste-Hilfe-Material liegt und welche Fluchtwege vorgesehen sind.

Sicherheitsmassnahmen dürfen nach ihrer Einführung nicht vergessen werden. Regelmässige Kontrollen zeigen, ob Schutzvorrichtungen funktionieren und vereinbarte Regeln tatsächlich eingehalten werden.

Ein wirksames Sicherheitskonzept wird deshalb laufend verbessert. Es schützt Menschen und reduziert gleichzeitig Betriebsunterbrüche.

AKTUELLER STAND
Arbeitssicherheit – Gefahren und Schutzmassnahmen
Schweiz · Oktober 2026 · Praktische Übersicht
Gefährdung Wirksame Massnahme
Stolpern und Stürzen Freie Verkehrswege, rutschhemmende Böden und gute Beleuchtung.
Arbeiten in der Höhe Geeignete Arbeitsplattformen, Geländer und Absturzsicherungen.
Maschinen Schutzeinrichtungen, Wartung und sichere Abschaltverfahren.
Staplerverkehr Getrennte Fahr- und Gehwege, klare Sicht und geschultes Personal.
Gefahrstoffe Weniger gefährliche Ersatzstoffe, Absaugung und passende Schutzausrüstung.
Körperliche Belastung Ergonomische Arbeitsmittel, Hebehilfen und Tätigkeitswechsel.
Psychische Belastung Realistische Arbeitsplanung, Pausen und klare Ansprechpersonen.
Notfälle Alarmplan, Erste-Hilfe-Ausstattung und regelmässige Übungen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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