Besprechungsräume ausstatten: Möbel, Medientechnik und Raumakustik

Ein guter Besprechungsraum unterstützt Entscheidungen, konzentrierte Gespräche und hybride Zusammenarbeit, ohne selbst zum Thema zu werden. Dafür müssen Möblierung, Bild und Ton, Licht, Lüftung sowie Akustik als zusammenhängendes System geplant werden. Ein teurer Bildschirm gleicht weder einen halligen Raum noch eine ungünstige Sitzordnung aus. Unternehmen gewinnen deshalb mehr durch ein präzises Nutzungsprofil als durch eine lange Einkaufsliste. Teilnehmerzahl, Sitzungsdauer, Vertraulichkeit, Arbeitsformen und technische Plattformen bestimmen, welche Ausstattung tatsächlich trägt. Der folgende Leitfaden ordnet die wichtigsten Entscheidungen ein und zeigt, wie sich Fehlkäufe, Medienbrüche und spätere Umbauten vermeiden lassen.

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Dachwohnung einrichten: Schrägen, Licht und niedrige Zonen nutzen

Dachwohnungen besitzen einen eigenen räumlichen Charakter: Schrägen verändern die nutzbare Höhe, Dachfenster lenken das Tageslicht und niedrige Randbereiche verlangen andere Lösungen als gewöhnliche Zimmerwände. Eine gelungene Einrichtung arbeitet mit diesen Besonderheiten. Hohe Zonen übernehmen Laufwege und Arbeitsplätze, während Flächen unter den Schrägen als Stauraum, Sitzbereich oder ruhiger Rückzugsort dienen. Entscheidend ist eine Planung, die Raumhöhe, Licht, Möblierung und sommerlichen Wärmeschutz gemeinsam betrachtet. Niedrige Möbel, massgefertigte Einbauten und eine mehrstufige Beleuchtung können schwierige Winkel sinnvoll erschliessen. Bei Veränderungen an Dach, Dämmung, Fenstern oder tragenden Bauteilen müssen jedoch Bauphysik, Brandschutz und kantonale beziehungsweise kommunale Vorschriften fachlich geprüft werden.

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Wohnküche gestalten: Kochen, Essen und Zusammensein gut verbinden

Eine Wohnküche vereint Lebensmittelzubereitung, Mahlzeiten und gemeinsames Beisammensein in einem zusammenhängenden Raum. Damit Offenheit im Alltag tatsächlich funktioniert, müssen Arbeitswege, Stauraum, Essplatz, Beleuchtung, Lüftung und Akustik aufeinander abgestimmt sein. Die Planung beginnt deshalb bei den täglichen Abläufen und nicht bei der Auswahl von Fronten oder Farben. Eine gute Raumaufteilung hält den Kochbereich übersichtlich, lässt Verkehrswege frei und schafft zugleich einen angenehmen Aufenthaltsort. Kücheninsel, Esstisch oder Sitzbank können die einzelnen Nutzungen verbinden und räumlich gliedern. Entscheidend bleibt, dass genug Bewegungsfläche vorhanden ist und Gerüche, Geräusche sowie herumstehende Geräte den Wohncharakter nicht dauerhaft beeinträchtigen.

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Dezibelangaben auf Geräten: Wie laut Maschinen tatsächlich sind

Eine Zahl wie 85, 96 oder 105 dB auf einem Gerät wirkt eindeutig. Trotzdem lässt sich daraus nicht immer direkt ablesen, wie laut die Maschine am Ohr einer Person ist. Auf Typenschildern und in technischen Daten stehen unterschiedliche akustische Kennwerte. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Schallleistungspegel und Schalldruckpegel. Wie hoch die tatsächliche Belastung ausfällt, hängt zudem von Abstand, Betriebszustand, Einsatzdauer und Umgebung ab. Eine Maschine kann im Freien deutlich weniger laut am Ohr ankommen als in einer kleinen Werkstatt mit harten Wänden. Wer Geräte vergleicht oder über Gehörschutz entscheidet, muss deshalb die Buchstaben neben der Dezibelzahl ebenso beachten wie den Zahlenwert.

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Altersgerechtes Wohnen vorbereiten: Komfort verbessern, bevor Einschränkungen entstehen

Altersgerechtes Wohnen beginnt idealerweise nicht erst dann, wenn Treppen, Schwellen oder eine Badewanne zum konkreten Hindernis werden. Viele Anpassungen erhöhen bereits heute den Wohnkomfort: gut beleuchtete Wege, leichtgängige Türen, eine bodenebene Dusche, ausreichend Bewegungsfläche und bequem erreichbarer Stauraum sind für viele Lebensphasen praktisch. Wer bei Renovationen und Neuanschaffungen früh auf Anpassbarkeit achtet, kann spätere Eingriffe vereinfachen und die Möglichkeit erhalten, länger selbständig im vertrauten Zuhause zu leben. Dabei muss eine Wohnung keineswegs wie eine Pflegeeinrichtung aussehen. Zukunftsfähige Lösungen bleiben häufig nahezu unsichtbar. Entscheidend sind Grundriss, Zugänglichkeit und die Frage, welche Bereiche bei veränderter Mobilität ohne grossen Umbau angepasst werden können. Das Bundesamt für Wohnungswesen nennt für hindernisfreies Wohnen drei grundlegende Prinzipien: Stufen vermeiden, ausreichende Durchgangsbreiten schaffen und genügend Bewegungsflächen vorsehen. Diese Punkte lassen sich bei vielen ohnehin geplanten Renovationen früh berücksichtigen.

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Kleine Badezimmer besser nutzen: Stauraum, Bewegungsflächen und Ausstattung

Kleine Badezimmer funktionieren gut, wenn der verfügbare Raum nicht mit möglichst vielen Elementen gefüllt, sondern präzise organisiert wird. Entscheidend sind freie Bewegungsflächen, kompakte Sanitärobjekte, gut erreichbarer Stauraum und eine klare Trennung zwischen täglich benötigten Dingen und selten genutzten Vorräten. Gerade auf wenigen Quadratmetern beeinflussen Türanschlag, Waschtischtiefe, Duschabtrennung und Möblierung den Komfort stärker als dekorative Einzelentscheidungen. Ein kleines Bad muss dabei nicht auf Komfort verzichten. Bodenebene Duschen, wandhängende Möbel, Spiegelschränke und gezielt genutzte Wandflächen können einen knappen Grundriss wesentlich effizienter machen. Gleichzeitig lohnt es sich, spätere Bedürfnisse mitzudenken: Ein heute frei gehaltener Bewegungsbereich kann langfristig wertvoller sein als ein zusätzlicher Schrank, der den Raum dauerhaft verengt.

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Beleuchtung im Wohnzimmer: Grundlicht, Akzentlicht und Leselicht kombinieren

Ein Wohnzimmer erfüllt selten nur eine Aufgabe. Es ist Aufenthaltsraum, Leseplatz, Fernsehbereich, Treffpunkt und manchmal Arbeitsplatz zugleich. Eine einzelne helle Deckenleuchte kann diese unterschiedlichen Situationen kaum überzeugend abdecken. Ein ausgewogenes Lichtkonzept verteilt deshalb mehrere Lichtquellen im Raum: Grundlicht schafft Orientierung, Akzentlicht betont Architektur und Einrichtung, während Leselicht dort ausreichend Helligkeit liefert, wo konzentriertes Sehen erforderlich ist. Entscheidend ist weniger die Anzahl der Lampen als ihre Funktion und Position. Licht von oben, seitliche Stehleuchten, Wandlicht und gezielt ausgerichtete Leuchten erzeugen unterschiedliche Helligkeitszonen und geben dem Raum Tiefe. Moderne LED-Technik erleichtert diese Kombination, weil effiziente Leuchtmittel, dimmbare Systeme und verschiedene Lichtcharakteristiken verfügbar sind. Gleichzeitig sollten Blendung, starke Helligkeitskontraste und unnötig direkt sichtbare Lichtquellen vermieden werden.

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Generationenprojekt Viererfeld/Mittelfeld wird trotz höherer Kosten wie geplant weitergeführt

Die Kosten der Stadt Bern für das Stadtentwicklungsprojekt Viererfeld/Mittelfeld steigen gegenüber der Grobkostenschätzung von 2019 um mindestens 80 Millionen Franken. Hauptgründe sind die PFAS-Belastung des Bodens, damit verbundene zusätzliche Planungsaufwände sowie die aufgelaufene Bauteuerung. Zusätzlich erfolgt eine Korrektur der Planungsmehrwertabgabe um 26 Millionen Franken. Der Gemeinderat lässt deshalb Entscheidungsgrundlagen erarbeiten für den Umgang mit Kosten, die den 2023 von den Stimmberechtigten gesprochenen Kredit übersteigen. Die Kostenentwicklung steht der Weiterarbeit am Generationenprojekt nicht im Weg. Der Baustart mit Beginn der Bodenaufwertung ist weiterhin für Herbst 2027 vorgesehen.

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Thurgau digitalisiert Nutzungsplanverfahren und Baugesuche mit eBau und ePlan-Portale

Im Kanton Thurgau galt im Baubewilligungs- und Einspracheverfahren sowie im Nutzungsplanverfahren bisher der Grundsatz der Schriftlichkeit. Neu können Baugesuche digital abgewickelt werden. Dazu sind verschiedene Anpassungen am Planungs- und Baugesetz und an der Verordnung zum Planungs- und Baugesetz und zur Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe erforderlich. Diese Änderungen hat der Regierungsrat des Kantons Thurgau nun in eine externe Vernehmlassung gegeben.

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Wände ohne grossen Umbau gestalten: Farbe, Bilder, Paneele und Textilien

Eine Wand kann die Wirkung eines Raums grundlegend verändern, ohne dass dafür Grundriss, Boden oder feste Einbauten erneuert werden müssen. Farbe beeinflusst Helligkeit und Proportionen, Bilder setzen Blickpunkte, Paneele bringen Struktur und Tiefe, Textilien machen Flächen weicher und können zugleich die Akustik verändern. Entscheidend ist weniger die Menge der Gestaltungsmittel als ihr Zusammenspiel mit Raumgrösse, Tageslicht, Möbeln und vorhandenen Materialien. Gerade bei einer bestehenden Einrichtung lohnt sich ein schrittweises Vorgehen. Zuerst wird geklärt, welche Wand eine stärkere Rolle übernehmen soll und welche Flächen bewusst ruhig bleiben. Danach lassen sich reversible Massnahmen von dauerhaft montierten Lösungen unterscheiden. So entsteht ein Raumkonzept, das sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen und bei veränderten Bedürfnissen später wieder anpassen lässt.

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Kleine Reparaturen im Haushalt: Dübel, Scharniere und Dichtungen instand setzen

Ein lockeres Scharnier, ein tropfender Wasserhahn oder ein Dübel, der sich in der Wand dreht, lässt sich oft mit überschaubarem Aufwand reparieren. Entscheidend ist weniger handwerkliche Kraft als eine saubere Diagnose. Wer Material, Befestigungsart und Schadensursache richtig erkennt, verhindert, dass aus einer kleinen Störung ein beschädigtes Möbel, eine undichte Leitung oder eine unsichere Wandbefestigung wird. Ebenso wichtig ist die Grenze zwischen sinnvoller Eigenleistung und einer Aufgabe für Fachleute. Arbeiten an elektrischen Installationen, Gasleitungen, tragenden Bauteilen und verdeckten Wasserleitungen gehören nicht in ein improvisiertes Heimwerkerprojekt. In Mietwohnungen muss zusätzlich geklärt werden, ob die Reparatur zum kleinen Unterhalt zählt oder Sache der Vermieterschaft ist.

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Induktion, Glaskeramik oder Gas: Welches Kochfeld passt zu welchem Haushalt?

Das Kochfeld gehört zu den Küchengeräten, die über viele Jahre beinahe täglich genutzt werden. Entsprechend stark beeinflusst die Wahl zwischen Induktion, klassischer Glaskeramik und Gas den Kochkomfort, den Energiebedarf, die Reinigung und die Anforderungen an die Küchenplanung. Eine allgemein beste Lösung gibt es trotzdem nicht: Ein Haushalt, in dem täglich gekocht wird, stellt andere Ansprüche als eine kleine Wohnung mit gelegentlicher Nutzung oder eine Küche, in der bewusst mit offener Flamme gearbeitet werden soll. Technisch unterscheiden sich die drei Systeme grundlegend. Beim Induktionskochfeld entsteht die Wärme direkt im magnetisierbaren Topfboden. Ein klassisches Elektrokochfeld unter Glaskeramik erhitzt zuerst einen Heizkörper und die Glasfläche, bevor die Wärme das Kochgeschirr erreicht. Gas erzeugt dagegen eine offene Flamme. Diese Unterschiede wirken sich auf Geschwindigkeit, Regelbarkeit, Restwärme, Kochgeschirr und Lüftung aus. Die Entscheidung sollte deshalb stärker vom tatsächlichen Kochalltag als von einzelnen Ausstattungsmerkmalen abhängen.

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Gärtnern am Hang: Terrassierung, sichere Wege und passende Pflanzen

Ein Garten am Hang bietet Ausblicke, räumliche Tiefe und Möglichkeiten, die auf einem ebenen Grundstück kaum entstehen. Gleichzeitig fordert das Gefälle eine sorgfältige Planung: Regenwasser fliesst schneller ab, Boden kann abgeschwemmt werden, Wege werden bei Nässe anspruchsvoll und Höhenunterschiede erschweren Pflege und Transport. Wer das Gelände deshalb zuerst liest und erst danach gestaltet, kann aus einer vermeintlich schwierigen Böschung einen vielseitigen Garten mit Terrassen, sicheren Verbindungen und standortgerechter Bepflanzung entwickeln. Entscheidend ist die Balance zwischen Eingriff und Bestand. Nicht jeder Hang muss vollständig mit Mauern abgefangen und in horizontale Ebenen zerlegt werden. Häufig funktioniert eine Kombination besser: intensiv genutzte Bereiche werden terrassiert, natürliche Böschungen bleiben dort erhalten, wo sie stabil und sinnvoll bepflanzbar sind. Wasserführung, Untergrund, Zugänglichkeit und Pflanzenwahl gehören dabei von Anfang an zusammen.

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Alte Bauernhäuser lesen lernen: Konstruktion, Raumordnung & regionale Merkmale erkennen

Ein altes Bauernhaus erzählt seine Geschichte nicht nur über Jahreszahlen, Inschriften oder dekorative Details. Tragwerk, Dachform, Raumfolge, Fenster, Materialien und selbst unscheinbare Niveauunterschiede zeigen, wie Menschen dort wohnten und arbeiteten. Wer solche Gebäude verstehen will, sollte deshalb zuerst beobachten, wie Konstruktion und Nutzung zusammengehören – und erst danach einzelne Bauteile einer Epoche oder einem regionalen Haustyp zuordnen. Die Vielfalt ländlicher Architektur in der Schweiz ist gross. Das Freilichtmuseum Ballenberg dokumentiert über 100 ländliche Bauten aus verschiedenen Regionen; die wissenschaftliche Reihe „Die Bauernhäuser der Schweiz“ wurde 2019 nach insgesamt 39 Publikationen abgeschlossen. Sie zeigt, dass Bauernhäuser keine einheitliche Architektur bilden, sondern aus Klima, Landwirtschaft, verfügbaren Materialien, Besitzverhältnissen und handwerklichen Traditionen entstanden sind.

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Vom Industriegebäude zum Wohnraum: Chancen und Grenzen einer Umnutzung

Alte Fabriken, Werkhallen und Lagerhäuser besitzen Qualitäten, die im konventionellen Wohnungsbau selten geworden sind: grosse Raumhöhen, robuste Tragwerke, weit gespannte Hallen, markante Fassaden und Fensterformate, die von einer früheren industriellen Nutzung erzählen. Wird ein solches Gebäude zu Wohnraum umgenutzt, kann daraus weit mehr als ein klassisches Loft entstehen. Gleichzeitig verlangt der Wechsel von Produktion zu Wohnen tiefgreifende Abklärungen bei Baurecht, Tragwerk, Altlasten, Brandschutz, Energie, Schallschutz und Tageslicht. Die Umnutzung bestehender Industrieareale passt grundsätzlich zur Schweizer Strategie der Siedlungsentwicklung nach innen. Zwischen 2018 und 2022 entfielen laut Bundesamt für Raumentwicklung 59 Prozent der Baubewilligungen im Wohnungsbau auf bereits bebaute Parzellen; ausdrücklich genannt werden dabei auch ehemalige Industrieareale. Ob eine konkrete Fabrik tatsächlich für Wohnungen geeignet ist, entscheidet sich jedoch nicht an ihrer atmosphärischen Wirkung, sondern an Lage, Gebäudestruktur, zulässiger Nutzung und technischem Zustand.

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Traditionelle Handwerkstechniken: Warum altes Fachwissen Restaurierungen bis heute prägt

Historische Gebäude lassen sich nicht mit beliebigen Standardlösungen reparieren. Ihre Mauern, Holzkonstruktionen, Putze und Metallteile folgen Materialregeln, die sich oft über Jahrhunderte bewährt haben. Traditionelle Handwerkstechniken helfen, diese Bauteile zu verstehen, Schäden gezielt zu beheben und möglichst viel originale Substanz zu bewahren. Altes Fachwissen steht dabei nicht im Gegensatz zu moderner Forschung. Materialanalysen, digitale Aufnahmen und bauphysikalische Berechnungen liefern wichtige Grundlagen, doch die fachgerechte Ausführung bleibt Handarbeit. Erst das Zusammenspiel von Befund, Planung und handwerklicher Erfahrung führt zu einer Restaurierung, die technisch funktioniert und die Geschichte des Bauwerks lesbar hält.

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Historische Farbfassungen entdecken: Was restauratorische Untersuchungen verraten

Unter einem scheinbar unspektakulären weissen Anstrich können Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte Gestaltungsgeschichte verborgen liegen. Restauratorische Untersuchungen machen solche historischen Farbfassungen wieder lesbar. Kleine Sondierungen, Treppenschnitte, mikroskopische Querschliffe und gezielte Materialanalysen zeigen, welche Farben, Putze, Lasuren oder dekorativen Techniken früher vorhanden waren. Ziel ist dabei nicht, möglichst rasch die älteste Schicht freizulegen, sondern die verschiedenen Gestaltungsphasen eines Gebäudes zu verstehen und ihre Bedeutung für eine kommende Restaurierung einzuordnen. Farbbefunde können bisher unbekannte Umbauten sichtbar machen, historische Fotografien bestätigen oder vermeintlich sichere Annahmen korrigieren. Besonders vor Renovationen sind solche Erkenntnisse wertvoll: Wird eine Wand abgeschliffen, ein Türblatt abgelaugt oder alter Putz entfernt, können unwiederbringliche Informationen verschwinden. Eine restauratorische Voruntersuchung schafft deshalb die Grundlage für Entscheidungen darüber, welche Schichten erhalten, konserviert, überfasst, rekonstruiert oder bewusst sichtbar gemacht werden.

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Historische Dächer bewahren: Ziegel, Schindeln und traditionelle Dachformen erhalten

Historische Dächer sind weit mehr als eine schützende Haube. Ihre Silhouette prägt Strassen, Plätze und ganze Ortsbilder, während Ziegel, Schindeln, Dachstühle und handwerkliche Details von regionalen Baustoffen und vergangenen Lebensweisen erzählen. Eine sorgfältige Sanierung bewahrt diese Spuren, ohne heutige Anforderungen an Dichtigkeit, Sicherheit und Energieverbrauch auszublenden. Ob ein Dach repariert, umgedeckt oder in Teilen erneuert werden muss, lässt sich deshalb nicht allein am Alter ablesen. Entscheidend sind der tatsächliche Zustand, der Schutzstatus des Gebäudes und das Zusammenspiel sämtlicher Schichten. Wer zuerst untersucht und erst danach plant, kann oft mehr Originalmaterial erhalten, unnötige Kosten vermeiden und eine Dachlandschaft vor gestalterischen Brüchen schützen.

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