Lignin ersetzt Schwermetalle: Neues Verfahren macht Bauholz widerstandsfähiger

Sune Tjalfe Thomsen und Emil Thybring von der Universität Kopenhagen nutzen Lignin und Alkohol anstatt giftiger Schwermetalle zur Imprägnierung von Holz. Das Lignin lösen sie in Alkohol auf. Es entsteht eine Flüssigkeit, die das Holzbindemittel in hoher Konzentration enthält. Die Moleküle sind allerdings so klein, dass sie mühelos in Bauholz eindringen können. Einziger Nachteil: Das Holz verfärbt sich braun. Die heutige Holzschutzimprägnierung verpasst dem Material eine grüne Farbe.

„Hyperlignifizierung“ heisst das Verfahren, weil es den Ligningehalt des Holzes auf die Spitze treibt. Damit wird der Zellstoff, der ein begehrtes Nahrungsmittel ist, vollständig eingeschlossen. „Andere haben bereits früher mit Lignin als Holzschutzmittel experimentiert, allerdings mit relativ verdünnten Lösungen. Das war erfolglos. Wir arbeiten dagegen mit viel höheren Konzentrationen, die das Holz wirklich sättigen und es vor Pilzbefall, Fäulnis, eindringendem Wasser und anderen Feinden schützen“, sagt Thybring.

Die Forscher wenden ein Verfahren an, das der herkömmlichen Druckimprägnierung ähnelt, bei der eine Flüssigkeit unter Druck in das Holz gepresst wird. Derzeit enthält sie Schwermetalle wie Kupfer, das bei vielen Anwendungen mit der Zeit durch Regen ausgewaschen wird, sodass die Ionen im Boden und in Flüssen und Seen landen.

„Unterschied nachgewiesen“

„In Laborversuchen haben wir einen auffälligen Unterschied zwischen unbehandeltem und hyperlignifiziertem Holz nachgewiesen. Wenn Pilze bereits die Hälfte von unbehandeltem Kiefer- und Buchenholz zersetzt haben, ist hyperlignifiziertes Holz noch zu 99 Prozent ohne Schäden“, weiss Thomsen. Gemeinsam mit Frøslev, Dänemarks grösstem Holzlieferanten für die Bauindustrie, wollen die beiden Professoren der Universität Kopenhagen das Verfahren jetzt zur Marktreife bringen.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
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