Axpo plant Reservekraftwerk in Muttenz für mehr Versorgungssicherheit
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag architektenwelt.com Basel-Landschaft Bau bauenaktuell.ch Behörden Betrieb Business Business business24.ch businessaktuell.ch Energie Infrastruktur Innovation Magazine Management Maschinen Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Organisationen Regionen Schweiz Schweiz Strategie Technologie Themen Unternehmen Verbreitung Wirtschaft
Axpo und das Bundesamt für Energie (BFE) haben den Vertrag für das geplante Reservekraftwerk in Muttenz unterzeichnet. Somit kann das Bewilligungsverfahren gestartet werden. Axpo wird die Projektunterlagen bis Ende 2026 finalisieren und beim Kanton Basel-Landschaft einreichen. Eine Inbetriebnahme ist ab Winter 2030/31 möglich.
Mit dem Reservekraftwerk tätigt Axpo ein weiteres wichtiges Projekt für die Versorgungssicherheit der Schweiz. Das Kraftwerk wird mit dem CO₂-neutralen HVO-Biodiesel betrieben, zu einem späteren Zeitpunkt ist die Umstellung auf eMethanol möglich.
Reservekraftwerk für Strommangellagen
Grossflächige und länger andauernde Stromausfälle haben potenziell dramatische Auswirkungen. Um die Versorgungssicherheit der Schweiz vor allem in den Wintermonaten zu stärken, hat der Bund eine Reihe von Massnahmen vorgesehen, unter anderem Reservekraftwerke.
Das geplante Axpo Reservekraftwerk in Muttenz (BL) ist das grösste unter ihnen und leistet mit einer installierten Leistung von 291 MW einen substanziellen Beitrag. Damit kann es im Notfall so viel Strom produzieren, wie es dem Strombedarf von rund 600’000 Haushalten entspricht.
Inbetriebnahme ab Winter 2030/31 möglich
Nach dem Zuschlag durch das BFE im Mai 2025 und der erfolgten Vertragsunterzeichnung kann Axpo die weiteren Planungsschritte für das Reservekraftwerk einleiten.
Bis Ende 2026 werden die Projektunterlagen beim Kanton Basel-Landschaft eingereicht, anschliessend erfolgt die öffentliche Auflage. Das Reservekraftwerk wird potenziell ab Winter 2030/31 zur Verfügung stehen.
CO₂-neutraler Brennstoff und Umstellung auf eMethanol
Kommt das Kraftwerk zum Einsatz, wird es Axpo mit CO₂-neutralen Energieträgern betreiben. Als Brennstoff wird in der Schweiz anerkannter HVO-Biodiesel zum Einsatz kommen. Dieser ist CO₂-neutral und wird vollständig aus erneuerbaren Rohstoffen wie Abfällen und Reststoffen hergestellt.
In einer zweiten Phase kann die Umstellung auf den wasserstoffbasierten Brennstoff eMethanol erfolgen, sobald dieser in ausreichender Menge zur Verfügung steht und der Bund den entsprechenden Entscheid fällt. Hierzu wird das Kraftwerk „Methanol Ready“ konzipiert.
Dank der vor Ort gelagerten erneuerbaren Brennstoffe kann das Kraftwerk mindestens zwei Wochen autark betrieben werden. Das Konzept stärkt die Versorgungssicherheit und bleibt zugleich klimaschonend.
Nur für Notfälle vorgesehen
Das Kraftwerk in Muttenz ist als Reservekraftwerk für Strommangellagen konzipiert. Damit es möglichst nie zum Einsatz kommt, ist der Ausbau insbesondere von Winterstromproduktion in der Schweiz stark zu beschleunigen.
Das gilt besonders mit Blick auf die dereinst stattfindende altersbedingte Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke, die mit dem Kernkraftwerk Beznau 2033 beginnt. Gelingt dieser Ausbau, ist die zu erwartende Anzahl Betriebsstunden des geplanten Reservekraftwerks gering.
Dass die Winterstromproduktion stark ausgebaut werden muss, hat Axpo in den Energy Reports aufgezeigt. Zusätzliche Gaskraftwerke könnten hier ab 2035 einen wichtigen Beitrag leisten. Im Gegensatz zum Reservekraftwerk in Muttenz, das nur in akuten Stromversorgungsengpässen vom Bund eingesetzt würde, wären diese Gaskraftwerke im Energiemarkt positioniert.
Was ist HVO-Biodiesel?
Die Abkürzung HVO steht für „Hydrotreated Vegetable Oil“. Der für das Reservekraftwerk vorgesehene HVO-Biodiesel ist ein synthetischer Dieselkraftstoff, der aus rezyklierten pflanzlichen Ölen wie gebrauchten Speiseölen oder aus tierischen Fetten wie Schlachtabfällen hergestellt wird.
Erfolgt die Produktion mit erneuerbarer Energie, ist HVO-Biodiesel vollständig CO₂-neutral.
Quelle: Axpo
Bildquelle: Axpo