Inspiration

Bauen in geschützten Ortsbildern: Wie moderne Ergänzungen respektvoll gelingen

Historische Ortskerne, gewachsene Dorfstrukturen und charakteristische Quartiere leben von mehr als einzelnen alten Gebäuden. Strassenräume, Plätze, Gärten, Dachlandschaften, Mauern, Sichtbeziehungen und die Abfolge von bebauten und unbebauten Flächen bilden gemeinsam ein Ortsbild. Wer in einem solchen Umfeld neu baut, erweitert oder umbaut, arbeitet deshalb an einem räumlichen Gefüge, dessen Qualität oft über Generationen entstanden ist. Moderne Architektur kann darin ihren Platz finden – wenn sie den Bestand präzise liest, statt ihn zu kopieren oder zu ignorieren. In der Schweiz bildet das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung ISOS eine wichtige Planungsgrundlage. Es dokumentiert rund 1’200 Ortsbilder von nationaler Bedeutung und beurteilt unter anderem räumliche, architekturhistorische und Lagequalitäten. Das Inventar bedeutet kein allgemeines Bauverbot. Die konkrete rechtliche Wirkung eines Projekts ergibt sich aus Bundesrecht, kantonalen und kommunalen Vorschriften, Nutzungsplanung, Schutzzonen, Inventaren sowie den Bedingungen des einzelnen Standorts. Genau deshalb sollte die Auseinandersetzung mit dem Ortsbild bereits beginnen, bevor ein Entwurf seine endgültige Form erhält.

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Tageslicht planen: Fenster, Raumtiefe und Materialien richtig zusammendenken

Tageslicht prägt Räume lange bevor Leuchten eingeschaltet werden. Fenstergrösse und Orientierung sind dabei nur ein Teil der Planung. Entscheidend ist, wie tief ein Raum ist, wo Öffnungen liegen, welche Flächen Licht reflektieren und wie Verschattung, Möblierung und Gebäudestruktur zusammenspielen. Ein grosses Fenster kann einen tiefen Grundriss trotzdem ungleichmässig belichten, während mehrere gut gesetzte Öffnungen eine wesentlich ausgewogenere Lichtverteilung ermöglichen. Tageslichtplanung beginnt deshalb sinnvollerweise mit dem Grundriss und nicht mit der Auswahl eines Fenstermodells. Die Schweizer Norm SN EN 17037 und die SIA-Wegleitung 4004 betrachten Tageslichtversorgung, Aussicht, Besonnung und Blendschutz als zusammenhängende Qualitätsmerkmale. Für die Architektur bedeutet das: Helligkeit muss räumlich gedacht werden. Fenster, Raumtiefe, Oberflächen und Sonnenschutz bilden ein System, das bereits im Entwurf koordiniert werden sollte.

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Materialwechsel an Fassaden: Wie Anschlüsse technisch und gestalterisch überzeugen

Materialwechsel geben Fassaden Tiefe, Rhythmus und einen unverwechselbaren Charakter. Holz trifft auf Putz, Sichtbeton auf Metall, Naturstein auf Glas oder Klinker auf beschichtete Flächen. Gerade an den Übergängen entscheidet sich jedoch, ob aus einer überzeugenden Materialkomposition dauerhaft gute Architektur wird. Anschlüsse müssen Bewegungen aufnehmen, Wasser sicher ableiten, Wärmebrücken begrenzen und zugleich gestalterisch präzise wirken. Ein überzeugendes Fassadendetail beginnt deshalb lange vor der Montage. Materialeigenschaften, Unterkonstruktionen, Fugengeometrien, Schichtaufbauten und Entwässerungswege müssen zusammen gedacht werden. Je unterschiedlicher die Materialien reagieren, desto wichtiger wird eine klare Trennung ihrer Funktionen. Aus dem gestalterischen Übergang wird damit eine technische Schnittstelle, an der Architektur und Bauphysik unmittelbar aufeinandertreffen.

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Akustik in offenen Gebäuden: Lösungen für Büros, Schulen und Wohnräume

Offene Grundrisse schaffen Weite, fördern Begegnung und lassen Tageslicht tief in Gebäude dringen. Akustisch stellen sie Planer jedoch vor besondere Aufgaben: Gespräche breiten sich über grosse Distanzen aus, harte Oberflächen verlängern den Nachhall und unterschiedliche Nutzungen geraten miteinander in Konflikt. Gute Raumakustik bedeutet deshalb weit mehr als einige dekorative Filzpaneele an der Wand. Sie beginnt bei Grundriss, Zonierung und Materialwahl und verbindet diese mit gezielter Schallabsorption und geeigneten Rückzugsmöglichkeiten. Ob Grossraumbüro, offene Lernlandschaft oder Wohnraum mit Küche, Essen und Wohnen in einem Volumen: Entscheidend ist die Balance zwischen gewünschter Kommunikation und akustischer Distanz. Decken, Wände, Böden, Möbel und räumliche Übergänge beeinflussen gemeinsam, wie sich Sprache und Geräusche ausbreiten. Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft nennt bei Grossraumbüros unter anderem Zonierung, Raumakustikkonzepte, Absorption, Abschirmung und Rückzugsmöglichkeiten als zentrale Instrumente.

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Referenzzinssatz bleibt bei 1,25 Prozent – was das für Schweizer Mieter bedeutet

Der hypothekarische Referenzzinssatz für Mietverhältnisse in der Schweiz bleibt bei 1,25 Prozent. Damit gibt es für Mieterinnen und Mieter aufgrund der aktuellen Veröffentlichung weder einen neuen Senkungs- noch einen neuen Erhöhungsanspruch. Wer noch einen Mietzins bezahlt, der auf einem Referenzzinssatz von 1,5 Prozent oder höher basiert, kann jedoch weiterhin grundsätzlich eine Senkung verlangen. Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat den neuen Wert am 1. September veröffentlicht. Ab dem 2. September 2026 gilt damit weiterhin derselbe Referenzzinssatz wie bereits seit einem Jahr. Der zugrunde liegende Durchschnittszinssatz der Schweizer Hypotheken blieb ebenfalls stabil. Er beträgt zum Stichtag 30. Juni 2026 weiterhin 1,31 Prozent.

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Solarstrom aus der Nachbarschaft boomt – bereits rund 1'800 Gemeinschaften

Strom vom Dach des Nachbarn statt ausschliesslich vom klassischen Energieversorger: Die Anfang 2026 eingeführten lokalen Elektrizitätsgemeinschaften haben in der Schweiz einen überraschend starken Start hingelegt. Laut einer ersten Hochrechnung von Swissolar existieren landesweit bereits rund 1'800 solcher Zusammenschlüsse. Das neue Modell erlaubt es Produzenten und Verbrauchern, lokal erzeugten erneuerbaren Strom innerhalb einer Gemeinschaft zu handeln. Vor allem für Besitzer von Photovoltaikanlagen eröffnet sich damit eine zusätzliche Möglichkeit, überschüssigen Solarstrom direkt in der näheren Umgebung abzusetzen.

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Wohnen am Waldrand: Haus und Grundstück wirksam vor Waldbrand schützen

Ein Haus am Rand eines Waldes oder Naturgebiets bietet Ruhe, Aussicht und direkten Zugang zur Landschaft. Gleichzeitig entsteht eine besondere Schnittstelle zwischen Gebäude und Vegetation. Bei langer Trockenheit, Hitze und Wind können trockenes Gras, Laub, Reisig oder Funken zu einem Brandrisiko werden. Entscheidend ist deshalb nicht eine einzelne Schutzmassnahme, sondern das Zusammenspiel aus gepflegtem Grundstück, widerstandsfähiger Gebäudehülle, sicherer Nutzung des Aussenraums und einem vorbereiteten Verhalten für den Ernstfall. Waldbrände bleiben in der Schweiz im internationalen Vergleich meist kleinräumig, doch die Bedingungen verändern sich. Längere Trockenperioden erhöhen die Gefahr auch in Regionen, die früher selten betroffen waren. Besonders an Siedlungsrändern lohnt es sich deshalb, mögliche Brandwege systematisch zu unterbrechen: vom trockenen Waldboden über Garten und Terrasse bis zu Fassade, Dach und Gebäudeöffnungen.

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Saurer-Kantine in Arbon: Neuer Lösungsweg im Streit um die Unterschutzstellung

Im Verfahren um die Zukunft der ehemaligen Saurer-Kantine wird ein neuer Weg eingeschlagen. Die Verfahrensbeteiligten haben sich für eine Sistierung des laufenden Rechtsverfahrens ausgesprochen und wollen aussergerichtlich gemeinsam mögliche raumplanerische Lösungen für den Standort prüfen. Nachdem der Stadtrat im November 2024 beschlossen hatte, die ehemalige Saurer-Kantine unter Schutz zu stellen, wurden gegen diesen Entscheid Rechtsmittel ergriffen. Damit begann ein Rechtsverfahren zur Klärung der Unterschutzstellung. Auf Initiative der Stadt Arbon erklärten sich die Verfahrensbeteiligten – die kantonale Denkmalpflege, der Thurgauer Heimatschutz, die Grundeigentümerschaft sowie die Stadt Arbon – bereit, einer aussergerichtlichen Lösung eine Chance zu geben.

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Architekturfotografie in der Praxis: Gebäude, Räume und Materialien überzeugend zeigen

Architekturfotografie macht räumliche Ideen sichtbar. Gute Aufnahmen zeigen, wie ein Gebäude in seiner Umgebung steht, wie Licht durch Innenräume wandert und wie Beton, Holz, Glas oder Metall zusammenwirken. Dafür braucht es weniger Effekthascherei als einen klaren Blick für Perspektive, Proportionen und den Charakter des Bauwerks. Zwischen sachlicher Dokumentation und atmosphärischer Inszenierung liegt ein breites gestalterisches Feld. Die Vorbereitung entscheidet dabei ebenso über das Ergebnis wie Kamera und Objektiv. Wer Standort, Tageszeit, Bildausschnitte und spätere Verwendung früh klärt, arbeitet vor Ort konzentrierter und liefert eine Bildserie, die als Ganzes überzeugt.

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Schulhäuser planen: Wie Architektur Lernen, Bewegung und Begegnung unterstützt

Ein Schulhaus ist weit mehr als eine wetterfeste Hülle für Klassenzimmer. Es prägt Tagesabläufe, ermöglicht oder erschwert unterschiedliche Unterrichtsformen und beeinflusst, wo Bewegung, Ruhe und zufällige Begegnungen stattfinden. Gute Schularchitektur beginnt deshalb nicht beim Grundriss, sondern bei der Frage, wie Lernen und Zusammenleben im Gebäude funktionieren sollen. Die Anforderungen sind anspruchsvoll. Unterricht, Betreuung, Verpflegung, Sport und Freizeit rücken näher zusammen, während Gebäude flexibel, hindernisfrei, sicher und wirtschaftlich bleiben müssen. Gelungene Schulhäuser verbinden diese Aufgaben zu einer verständlichen räumlichen Ordnung, die im Alltag trägt und Veränderungen über Jahrzehnte zulässt.

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Verdichtetes Wohnen mit Privatsphäre: Grundrissideen für gute Mehrfamilienhäuser

Verdichtetes Wohnen muss sich nicht eng anfühlen. Entscheidend ist weniger die reine Wohnfläche als die Frage, wie Grundrisse, Blickrichtungen, Erschliessung und Aussenräume zusammenspielen. Gute Mehrfamilienhäuser schaffen Nähe, ohne den Rückzug zu erschweren, und ermöglichen Begegnungen, ohne sie zu erzwingen. Die Qualität beginnt lange vor der Möblierung. Hauseingang, Treppenhaus, Wohnungstür und Vorraum bilden eine Abfolge vom öffentlichen zum privaten Bereich. Im Innern sorgen klare Raumzonen, geschickt gesetzte Türen, kurze Wege und akustische Puffer dafür, dass mehrere Menschen auf begrenzter Fläche angenehm zusammenleben können.

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Grossmünster Zürich: Romanik, Reformation und Stadtgeschichte

Die beiden Türme des Grossmünsters prägen die Silhouette der Zürcher Altstadt. Hinter dem vertrauten Wahrzeichen steht ein Bauwerk mit vielen historischen Schichten: romanische Pfeiler und Kapitelle, eine mittelalterliche Krypta, neugotische Turmabschlüsse, moderne Glasfenster und ein Innenraum, dessen Schlichtheit untrennbar mit der Reformation verbunden ist. 1519 trat Huldrych Zwingli seine Stelle als Leutpriester am Grossmünster an. Von seiner Kanzel aus entwickelte sich Zürich zu einem Zentrum der Reformation. Doch die Geschichte der Kirche begann Jahrhunderte früher und endete nicht mit Zwingli. Legenden um die Stadtheiligen Felix und Regula, das Chorherrenstift, die Prophezey und heutige Gottesdienste machen das Grossmünster zu einem Ort, an dem Stadt-, Bildungs-, Kunst- und Religionsgeschichte unmittelbar ineinandergreifen.

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Treppen als Gestaltungselement: Proportionen, Materialien und Raumwirkung richtig planen

Eine Treppe verbindet Geschosse, doch architektonisch kann sie weit mehr leisten. Sie lenkt Bewegungen, öffnet Blickachsen, trennt oder verbindet Wohnbereiche und prägt mit ihrer Form einen Raum oft stärker als ein einzelnes Möbelstück. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus Proportion, Konstruktion, Material, Licht und Detail. Gerade in offenen Grundrissen wird die Treppe zum festen Bestandteil der Innenarchitektur. Eine massive Betontreppe vermittelt Ruhe und Gewicht, filigrane Stahlkonstruktionen wirken leichter, Holz bringt Wärme in den Raum. Gute Gestaltung beginnt deshalb lange vor der Auswahl von Stufen und Geländer: Sie setzt bei Grundriss, Geschosshöhe, Laufweg und räumlicher Wirkung an.

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Stadt Luzern zwischen Postkartenidylle und Belastungsgrenze

Kapellbrücke, Vierwaldstättersee, Altstadt und Bergpanorama machen Luzern zu einer der bekanntesten Städte der Schweiz. Doch der Erfolg hat eine Kehrseite. Wohnraum ist knapp, Familien verlassen die Stadt, die Verkehrsachsen sind stark belastet und der Tourismus konzentriert sich auf wenige zentrale Orte. Gleichzeitig muss Luzern dichter werden, sich auf heissere Sommer vorbereiten und seine öffentlichen Räume zwischen Bevölkerung, Pendlern, Gästen, Gastronomie und Verkehr neu verteilen. Die grössten Probleme der Stadt entstehen damit teilweise aus genau dem, was Luzern so erfolgreich macht. Ende 2025 lebten 86'699 Menschen mit ständigem Wohnsitz in Luzern. Damit wuchs die Bevölkerung zum achten Mal in Folge. Gleichzeitig wurden 2025 mehr als 1,4 Millionen Hotelübernachtungen gezählt. Dazu kommen Tagesgäste, Ausflügler, Reisegruppen, Pendler und Besucher von Veranstaltungen. Für eine geografisch kompakte Stadt ist das eine enorme Nutzungsintensität.

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Denkmaltage 2026 in Luzern zeigen bedrohtes Kulturerbe und Wege zu seinem Erhalt

Am Wochenende vom 12. und 13. September 2026 finden die Europäischen Tage des Denkmals unter dem Titel „In Gefahr?“ statt. Im Zentrum stehen das gefährdete kulturelle Erbe und die Frage, welchen Bedrohungen es ausgesetzt ist. Die Denkmalpflege Luzern greift das Thema anhand vielfältiger Orte und Fragestellungen auf. Kulturelles Erbe ist nicht statisch. Gebäude, historische Ensembles, Parks und Kulturlandschaften verändern sich und müssen sich immer wieder klimatischen, gesellschaftlichen und funktionalen Veränderungen stellen. Damit verbunden sind Fragen der Pflege und Erneuerung: Was braucht es, damit wertvolle Bauten und Anlagen langfristig erhalten bleiben? Wie können Veränderungen ermöglicht werden, ohne das kulturelle Erbe und seine Qualitäten zu verlieren?

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Winterthur zwischen Werkhallen, Gartenstadt und Zukunft

Winterthur ist eine Stadt, deren Charakter nicht an einem einzigen Wahrzeichen hängt. Hier treffen die Spuren einer mächtigen Industriegeschichte auf Hochschulen, Kulturhäuser und neue Wohnquartiere, während Wälder und Grünräume bis nahe an die dicht bebauten Stadtteile heranreichen. Gleichzeitig wird der Platz knapper: Ende 2025 lebten 122'758 Menschen in Winterthur, im Sommer 2026 lag die Leerwohnungsziffer bei lediglich 0,20 Prozent. Der Hauptbahnhof muss auf deutlich mehr Reisende vorbereitet werden, ehemalige Industrieareale werden weiter verdichtet und im Osten der Stadt wächst mit Grüze und Neuhegi ein neues urbanes Zentrum heran.

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Bern zwischen Altstadt, Aare und Zukunft

Bern wächst weiter – doch wer heute in der Bundesstadt eine freie Wohnung sucht, trifft auf einen der angespanntesten Märkte der Schweiz. Ende Juli 2026 lebten provisorisch 147'012 Menschen in der Stadt. Gleichzeitig standen bei der jüngsten Leerwohnungszählung gerade einmal 351 Wohnungen leer. Die Leerwohnungsziffer beträgt nur 0,44 Prozent. Bern reagiert mit mehreren grossen Entwicklungsgebieten, gemeinnützigem Wohnungsbau und Verdichtung. Doch viele der dringend benötigten Wohnungen entstehen erst in den kommenden Jahren. Das Problem lässt sich an einer einfachen Zahl erklären: Ende 2025 verfügte die Stadt Bern über 79'797 Wohnungen. Davon waren am Stichtag 1. Juni 2026 lediglich 351 als leer stehend erfasst. Statistisch entspricht dies einer Leerwohnungsziffer von 0,44 Prozent – exakt gleich viel wie ein Jahr zuvor.

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Kurzzeitvermietung in der Schweiz: Wenn Airbnb und Co. den Wohnungsmarkt verändern

Wohnraum ist in vielen Schweizer Städten und Tourismusorten knapp – gleichzeitig werden Wohnungen tage- oder wochenweise an Feriengäste und Geschäftsreisende vermietet. Plattformen wie Airbnb und Booking.com haben daraus einen eigenen Markt geschaffen. Für Eigentümer kann das attraktiv sein, für Reisende praktisch und für Tourismusregionen wirtschaftlich interessant. Doch wo ganze Wohnungen dauerhaft dem normalen Mietmarkt entzogen werden, wächst der politische Widerstand. Immer mehr Kantone und Städte suchen deshalb nach Regeln, die zwischen gelegentlichem Home-Sharing und kommerzieller Kurzzeitvermietung unterscheiden. Wie aktuell das Thema ist, zeigt ein Schritt des Bundes: Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat am 28. August 2026 sein Informationsportal zur Kurzzeitvermietung vollständig überarbeitet. Es richtet sich ausdrücklich an Kantone, Städte und Gemeinden, die mit den Folgen von Buchungsplattformen umgehen müssen. Neue Praxisbeispiele aus Bern, Luzern und dem Tessin ergänzen Erfahrungen aus Interlaken, Genf und der Waadt. Dass sich inzwischen der Bund intensiv mit dem Thema beschäftigt, bedeutet allerdings nicht, dass Airbnb und andere Plattformen für die gesamte Schweizer Wohnungsknappheit verantwortlich wären. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wann ist eine Ferienwohnung tatsächlich zusätzliche touristische Infrastruktur – und wann verschwindet dafür eine Wohnung vom regulären Markt?

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